CSD Stadt Norderstedt Regenbogenflaggen Schwule Lesben Elke Christina Roeder Danny Clausen-Holm die Norderstedterin
Maike Heggblum

Maike Heggblum

Norderstedt zeigt Flagge

Sie strahlten mit der Sonne um die Wette: Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Danny Clausen-Holm vom Landesverband der Lesben und Schwulen in Schleswig-Holstein. Gemeinsam trafen sie sich am gestrigen Freitag um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. Um Punkt 12 Uhr hissten sie vor einigen interessierten Zuschauern und zum Klang des Glockenspiels am Norderstedter Rathaus gemeinsam vier große bunte Flaggen in Regenbogenfarben.

CSD Stadt Norderstedt Regenbogenflaggen Schwule Lesben Elke Christina Roeder Danny Clausen-Holm die Norderstedterin
Norderstedt zeigt Flagge und setzt ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz.

Norderstedt im Zeichen des Regenbogens

Ziel der gemeinsamen Aktion ist es, die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren und auf den Christopher Street Day aufmerksam zu machen, der dieses Wochenende in vielen Städten gefeiert werden sollte und aufgrund der aktuellen Lage vielerorts abgesagt wurde. „Vielfalt ist und bleibt ein wichtiges Thema und ich wünsche mir, dass es Teil des normalen Lebens wird. Niemand sollte sich bei uns in Norderstedt aufgrund seiner geschlechtlichen Ausrichtung oder sexuellen Identität rechtfertigen müssen“, sagt Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder.

CSD Stadt Norderstedt Regenbogenflaggen Schwule Lesben Elke Christina Roeder Danny Clausen-Holm die Norderstedterin
Zwei, die sich gut verstehen: Danny Clausen-Holm vom Lesben- und Schwulenverband und Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder.

Flaggen und Plakate bei vielen Firmen

Seit dem letzten Jahr ist die Stadt Norderstedt Teil des Bündnisses für Akzeptanz und Respekt in Schleswig-Holstein. Im Juni 2019 hatte die Norderstedter Stadtvertretung auf Initiative von Danny Clausen-Holm den Beitritt beschlossen, um ein öffentliches, sichtbares Zeichen für die Gleichbehandlung und Anerkennung von vielfältigen sexuellen Identitäten zu setzen. „Wir möchten noch mehr Menschen erreichen und auch Firmen dazu animieren mitzumachen“, sagt Danny Clausen-Holm. „Immer mehr homosexuelle Menschen outen sich und dann ist es toll, wenn Unternehmen zeigen, wie wichtig ihnen ihre Mitarbeiter sind. Ich habe schon einige Plakate an Schaufenstern und vereinzelt Flaggen in Norderstedt gesehen und ich würde mich freuen, wenn im nächsten Jahr noch viel mehr Firmen mitmachen“, ergänzt er.

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Und dann ging es los. Mit der Kurbel wurden die Flaggen am Mast hochgezogen.

Fröhlich und bunt

Und Flaggen stehen derzeit hoch im Kurs. Egal, ob es die Flagge des Lieblingsfußballvereins, in Landesfarben, mit Geburtstagsgrüßen oder die Flagge mit dem eigenen Firmenlogo – wer einen Mast im Garten oder dem Firmengrundstück hat, hat oft auch eine große Auswahl an passender Beflaggung zu jedem Anlass. Warum also nicht auch mal ein bunter Regenbogen als Statement?

CSD Stadt Norderstedt Regenbogenflaggen Schwule Lesben Elke Christina Roeder Danny Clausen-Holm die Norderstedterin
Noch bis Montag hängen die Regenbogenflaggen in der Rathausallee.

Regenbogen ist nicht gleich Regenbogen

Doch wofür stehen die Farben in der Flagge eigentlich, und was unterscheidet sie von der Pace-Flagge? Die Flagge der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen erkennen Kundige daran, dass sich das Rot oben befindet und das Violett unten, andersherum als bei der 1961 in Italien entstandenen Pace-Fahne der Friedensbewegung, die außerdem einen siebten Streifen in Hellblau hat. Die Farben stehen bei der Pace-Flagge also in Bezug auf den natürlichen Regenbogen kopfüber. Außerdem trägt sie in der Regel einen Schriftzug „PACE“ – zu Deutsch  „Friede“, der manchmal auch ein- oder beidseitig durch Peace, Paix, Shalom oder das Wort Frieden in der jeweiligen Landessprache ersetzt wird.

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Frank Thies aus Rellingen war auch mit dabei und brachte die Flagge der Bisexuellen mit. Gemeinsam mit Danny Clausen-Holm engagiert sich Frank Thies in einem entstehenden Arbeitskreis Vielfalt in Norderstedt, der sich besonders an Schulen richtet, um dort für den Abbau von Diskriminierung voranzubringen.

Christopher Street Day

„Leider ist die gesellschaftliche Akzeptant gegenüber Homosexuellen nicht in allen Ländern so hoch wie bei uns in Deutschland“, sagt Danny Clausen-Holm in seiner Rede. „In Polen gib es noch immer viele Bezirke, Landkreise und Gemeinden, die als „Homosexuellenfreien-Zone“ erklärt wurden. Eigentlich undenkbar für unser fortschrittliches Europa.“ Im Jahr 1980 gingen bei unseren Nachbarn in Hamburg erstmals Lesben und Schwule auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren und auf sich aufmerksam zu machen. Und so feierten auch schon beim ersten Christopher Street Day (CSD) einige hunderte Teilnehmer eine friedliche bunte Party.

Bunte Farbenpracht noch bis Montag

Aufgrund der aktuellen Coronapandemie mussten in diesem Jahr auch viele Veranstaltungen rund um den CSD abgesagt werden, trotzdem soll es ein paar kleinere Events geben. „Wir haben viele Ideen und gucken bereits, wie wir diese mit den passenden Hygienemaßnahmen umsetzen können“, verspricht Danny Clausen-Holm. Wer die vier bunten Flaggen in der Rathausallee bestaunen möchte, hat noch bis Montag die Möglichkeit dazu, dann folgt erst einmal wieder die normale Beflaggung der Stadt Norderstedt.

 

31.07.2020
Fotos: Maike Heggblum

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